CYCLE STAR blog: München


Wie ich in drei Wochen STADTRADELN München von einer anderen Seite kennengelernt habe

Image Written on 29.07.2019 by Line von Eichhorn
Team: Offenes Team - München
Municipality: München

Mission geschafft: Drei Wochen Radeln in der München sind gemeistert. Neben viel sportlicher Betätigung habe ich engagierte Radler und kreative Projekte kennengelernt - an den 300 Kilometer bin ich knapp vorbeigerutscht.

Ein wenig Bammel hatte ich schon: Drei Wochen nur Radeln? Das, während ich im 6. Monat schwanger bin und wir umziehen? Blöde Idee, würden viele sagen. Doch je länger ich drüber nachdachte, desto besser gefiel mir der Plan und die damit verbundene Herausforderung.

Wie die ersten beiden Wochen mitsamt Umzug vonstatten gingen könnt ihr hier lesen (https://bit.ly/2y3BfKW) .

Nachdem ich nun schon zwei Wochen lang geübt hatte, ging das Radeln in der letzten Woche fast wie von allein. Ich hole eine neue Gläser-Kollektion in Milbertshofen ab und transportiere sie auf dem Rad nach Bogenhausen - ohne Schäden. Ich entdecke viele schöne Strecken in neuen Viertel Bogenhausen und erkunde altbewährte Wege im Englischen Garten - sogar nachts, denn endlich habe ich mein Rad mit einer ordentlich hellen Lichtanlage ausgestattet.

Doch dann habe ich Frühdienst. Da fahre ich wegen der Müdigkeit ehrlich gesagt ungern mit dem Rad. Dieses Mal aber raffe ich mich auf und komme wach und erfrischt im Büro an. Eigentlich gar nicht schlecht. Jeden Tag würde ich das aber trotzdem nicht packen.

Und dann gab es diese Woche einen großen Grund zur Freude für alle Münchner: Der Stadtrat hat sich den Forderungen aus zwei Rad-Bürgerbegehren mit deutlicher Mehrheit angeschlossen.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-radentscheid-stadtrat-mehrheit-1.4537436

In drei Wochen STADTRADELN München habe ich nicht nur neue Strecken kennengelernt, sondern auch kreative Projekte. Zum Beispiel das deutschlandweit aktive Klak Fahrradkino (https://www.facebook.com/fahrradkino/ ), bei dem Kinozuschauer auf Rädern die Energie erzeugen, die es zum Präsentieren eines Filmes braucht. Oder das Berliner Bikeygees - Radfahrtraining für geflüchtete Frauen. Denn in anderen Ländern ist Radfahren lernen nicht so selbstverständlich wie bei uns.

Und ich bin mit engagierten Radlern ins Gespräch gekommen. Zum Beispiel mit Carolin Lorenz. Sie ist eine, die nahezu alles mit dem Rad macht: Etwa von Amsterdam nach München radeln, um im Rahmen der Schokofahrt (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/oekologie-alternative-schokofahrt-1.3916351) Bio-Fairtrade-Schokolade emissionsfrei zu transportieren. Darüber hinaus radelt sie regelmäßig bei der Critical Mass mit, einer weltweiten Radler-Bewegung, die mit Präsenz Städte zurückerobert.

Oder Johannes Grasser. Er ist Spastiker und steigt aber trotzdem aufs Rad
https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/sportstudent-mit-tetraspastik-100.html

Und meine Kollegin Julia erzählt mir, dass sie in einem komplett autofreien Haus wohnt und in den letzten zehn Jahren nur einmal geflogen ist. Wer kennt weitere bewundernswerte Radler oder kreative Radprojekte, vor allem in München? Schreibt es in die Kommentare.

Viele Menschen haben mir geholfen: Joschka von den Pedalhelden (https://pedalhelden.de/) hat mir Radeln mit dem E-Lastenrad fahren beigebracht. Das Team von Swapfiets (https://swapfiets.de/) hat mich mit einem E-Bike ausgestattet, welches ich als Schwangere tatsächlich sehr gerne und viel genutzt habe. Und als mein normales Rad einmal mitten auf der Straße den Geist aufgab, und ich dachte, dass ich es nun endgültig wegwerfen kann, kamen zwei Handwerker herbeigeeilt und haben es in fünf Minuten wieder zum Laufen gebracht.

Samstag, letzter Tag: 295,3 Kilometer bin ich schon gefahren, steht in meiner App. Jetzt will ich die 300, also eine Verdoppelung meiner vorgenommenen Strecke, schon noch knacken.

Ich schmiede also Pläne, wie ich zu einer Blumenwiese radle und vielleicht noch aufs Beerenfeld. Doch dann rafft mich mittags ein Infekt dahin und ich komme nicht mehr aus dem Bett hinaus. Heute, am letzten Tag, werde ich zum ersten Mal nur 0 Kilometer fahren. Meine Bilanz bleibt also: 295,3 Kilometer. Und in Zukunft werden es sehr viel mehr.

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Zwei Wochen STADTRADELN München mit Umzug, Schwangerschaft und Kind

Image Written on 22.07.2019 by Line von Eichhorn
Team: Offenes Team - München
Municipality: München

Nach zwei Wochen STADTRADELN München habe ich stramme Wadeln und gelernt: fast alles ist mit dem Rad machbar. Nur beim Umzug hört der Spaß auf.

Woche 2:

Gleich am Montag steht die große Herausforderung bevor: Unser Umzug vom Westen in den Nordosten Münchens. In den Umzugstransporter werde ich nicht steigen. Stattdessen leihe ich mir ein Lastenrad mit Elektromotor bei den Pedalhelden aus. Joschka von den Pedalhelden transportiert damit E-Bikes und andere Fahrräder durch die ganze Stadt.

Bevor ich das Lastenrad belade, mache ich eine Testfahrt. Es fährt sich ganz anders, als ein normales Fahrrad. Zu Beginn habe ich ständig Angst, umzufallen, auch wenn ich weiß, dass ich mit einem Dreirad gar nicht umkippen kann. Die Lenkung fühlt sich ganz anders an - man kann aber ganz schön scharfe Kurven fahren. Nach einer Weile bin erstaunt, wie gut ich trotz meiner geschwächten Kondition mit dem Riesen-Gefährt voran komme.

Dann geht es ans Beladen: Eine Kiste, ein Koffer, ein Rucksack und Bettwäsche - schon ist die Ladefläche voll. Ich könnte jetzt noch stapeln und das Gestapelte mit Seilen fest binden, aber beim ersten Radl-Umzug will ich es nicht übertreiben.

Ich fahre los und fühle mich dieses Mal schon viel sicherer als bei der Testfahrt - mein Hirn hat verstanden, dass dieses Rad anders funktioniert. Um zur neuen Wohnung zu kommen, muss ich durch die ganze Stadt: vorbei an etlichen Baustellen wie auf der Marsstraße, viel zu schmalen Radwegen wie auf der Brienner Straße und viel zu vielen Touristen wie im Englischen Garten.

Als ich ohne Unfälle und mitsamt kompletter Ladung bei der neuen Wohnung ankomme, bin ich erleichtert. Es hat knapp eine Stunde gedauert und war ein echtes Abenteuer. Leider passt zu wenig aufs Rad, um damit tatsächlich umzuziehen. Um alle Kisten, die unser Transporter bringt, ans Ziel zu bringen, hätte ich etwa 20 oder 30 Fahrten hinlegen müssen.

Fazit: Umzug ist eine der Situationen, in denen sich Autofahren schwer umgehen lassen. Für einen richtigen Umzug eignet sich ein Lastenrad nicht, aber für Mini-Umzüge, zum Beispiel in möblierte Studentenwohnheime, ist es eine denkbare Option.

Das Wochenende nutzen wir nun endlich mal für ein paar Freizeitfahrten im Englischen Garten und rund um den Feringasee. Insgesamt komme ich in dieser Woche auf 96,1 Kilometer - ein ähnliches Ergebnis wie in Woche Eins. Damit habe ich mein eigentliches Ziel von 150 Kilometern in den gesamten drei STADTRADELN München-Wochen schon geschafft.

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Erste Woche STADTRADELN München

Image Written on 22.07.2019 by Line von Eichhorn
Team: Offenes Team - München
Municipality: München

Woche Eins:

Am Sonntag, den 7. Juli geht’s los. Drei Wochen STADTRADELN München. Um mein Rad blitzeblank und auf Vordermann zu bringen, fahre ich zuallererst auf das Sportfest am Königsplatz und lasse mein Bike einmal in der Waschanlage der Pedalhelden sauber werden. Die Anlage ist wie eine Autowaschstraße im Kleinformat. Danach strahlt es wie am ersten Tag. Der liebe Mitarbeiter zieht auch noch meine Bremsen an und Green City steckt mir ein paar praktische Reflektoren an die Speichen. Ready to ride the bike!

Am Montag beginnt eine ganz normale Arbeitswoche. Radeln in die Arbeit bin ich gewöhnt und tue es zu jeder Jahreszeit, auch wenn es von Neuhausen nach Freimann gute zehn Kilometer sind. Doch mit dem Olympia- und Petuelpark habe ich zwei schöne Grünstreifen zu befahren.

Allerdings lässt meine Kondition nach, weil ich mit unserem zweiten Kind im 6. Monat schwanger bin. Ich komme nicht mehr so schnell an mein Ziel. Gleichzeitig weiß ich, wie gesund Sport in der Schwangerschaft ist. Also hole ich mir ein E-Bike von Swapfiets. Ich muss zugeben, dass ich bislang eher kein E-Bike-Fan war. Irgendwie finde ich die Teile spießig und vor allem meist hässlich.

Aber in der Schwangerschaft lerne ich den E-Motor am Rad enorm zu schätzen. Jetzt fahre ich ganz entspannt bergauf und bergab und komme ans Ziel ohne völlig aus der Puste zu sein. Vor allem den Anhänger mit meiner Tochter kann ich viel leichter rumfahren. Gewöhnungsbedürftig ist der Wechsel zwischen E-Bike und normalem Fahrrad. Wenn man vom E-Bike zurück aufs gewöhnliche Rad steigt, kommt einem das Fahren furchtbar schwerfällig vor.

Es sind eigentlich nur die alltäglichen Wege zwischen Arbeit, Kita, Supermarkt und Spielplatz, die ich in der ersten STADTRADELN München-Woche zurücklege. Für große Ausflüge habe ich diese Woche keine Zeit. Dennoch kommen 95,3 Kilometer zusammen - mehr als ich erwartet habe.

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